Novoflex Triopod als Wunder-/Wanderstativ

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Das ich selbst als Stativfreak nicht wirklich zu den Gipfelstürmern und Turbowanderern gehöre ist sicher kein Geheimnis mehr, aber das Novoflex Triopod mit seinen Wanderstöcken wollte in dieser Disziplin getestet werden. Da gab es nur zwei Alternativen, ich gehe wandern oder ich finde jemanden der wandern geht. Ratet mal welcher Plan umgesetzt wurde? Aber lest mal selbst den folgenden Text:

Novoflex Triopod als Wunder-/Wanderstativ

Da war ich letztens mit meinem Kumpel Thomas in Frankfurt unterwegs um ein paar Zeitraffer meiner Geburtsstadt zu machen, und irgendwann zwischendurch kamen wir auf den Stativfreak zu sprechen.
Kurz mal angerufen – schon eine Verabredung zum Abendessen…

Den StativTaschenKamerafreakJörg wollte ich ja schon eine ganze Weile gerne persönlich kennenlernen, ein wenig quatschen, mir seine Fujis ansehen und so. Als langjähriger Blog-Verfolger von Jörg war es sehr lustig, irgendwann festzustellen, dass ich jemanden kenne der ihn kennt und wir gar nicht weit auseinander wohnen.

Dass ich am Ende unseres ersten Treffens dann aber direkt ein ganzes Stativset zum Testen in die Hand gedrückt bekomme – das hatte ich wirklich nicht erwartet…
Versprechen musste ich Jörg nur, dass ich ein paar Eindrücke und Bilder abliefere, was ich hiermit gerne tun möchte.

Ich wandere gerne und viel und bin ein Freund von vielseitig einsetzbaren Ausrüstungsgegenständen.
Da kommt ein Stativ wie das Novoflex TrioPod gerade recht: ein für große Spiegelreflexkameras ausreichend stabiler Kugelkopf (Classic Ball 3) das Herz des Stativsystems (TrioPod) und ein ganzer Schwung an verschiedenen Stativbeinen, in diesem Fall die Wanderstöcke QLEG Walk II. Diese werden von der Firma LEKI für Novoflex in Deutschland hergestellt, und sind schon daher stabil und qualitativ sehr hochwertig. Die Wanderstativstöcke kommen mit einem zweifachen Auszug mit Schnellverschlüssen und sind bis zu 150cm Länge stufenlos verstellbar. Mit einer Stahlspitze, einer Gummikappe dafür und einem kleinen Teller für Schnee und Matsch sind diese Stöcke als Stativbeine, zum Wandern auf Asphalt und Wanderwegen und theoretisch sogar beim Skitourengehen und Skifahren einsetzbar. Mit etwa 330 g sind sie vielleicht etwas schwerer als Stöcke für nur einen bestimmten Einsatzzweck, sie sollen ja aber auch als Beine an einem Fotostativ taugen. Diesen Zweck erfüllen sie gut – natürlich nicht so stabil wie ihre doppelt so dicken Carbon-Brüder, aber das erwartet ja auch niemand. Schraubt man den Gummigriff ab kommt darunter ein 3/4-Zoll-Anschluss zum Vorschein, der sich einfach in das TrioPod einschrauben lässt.
Classic Ball 3 und TrioPod sind wie füreinander geschaffen und geben eine schön schlanke Stativbasis ab, aus der man die Stativbeine leicht herausdrehen kann. Ohne Beine ist diese Einheit knapp 16 cm hoch, hat einen Durchmesser von 7 cm und wiegt 880 g. In Format und Gewicht ähnlich einem Objektiv kann das Ganze leicht im Fotorocksack untergebracht werden.
Eine tolle Besonderheit des TrioPod ist mir bei der Benutzung mit den Carbonbeinen noch aufgefallen: die Stativbeine werden von unten in den TrioPod geschraubt und liegen im zusammengeklappten Zustand parallel aneinander an, dadurch hat das Stativ auf der kompletten Länge einen Durchmesser von nur 7-8 cm, viel schlanker als die meisten anderen Fotostative.

Ob man ein Dreibeinstativ mit drei Wanderstöcken bauen möchte bleibt einem natürlich selbst überlassen – ich für meinen Teil würde mein Novoflex Set aus zwei Wanderstöcken und einem Carbonbein zusammenstellen – das dritte Bein kann seitlich am Rucksack verstaut als schnell einsetzbares Einbeinstativ eingesetzt werden.
Man kann zwar die zwei Wanderstöcke nicht einfach vom Gesamtgewicht des TrioPod-Sets abziehen, schliesslich bewegt man immer noch das ganze Stativ mit allen Beinen durch die Gegend, allerdings fühlt es sich ganz anders an, wenn man die Hälfte des Stativs als Gehhilfe benutzt, als wenn man das ganze Stativ seitlich am Rucksack baumeln hat. Und wenn man sich erst mal an die Benutzung der Wanderstativstöcke gewöhnt hat (was bei mir etwa eine Stunde intensiver Benutzung und einmal drüber schlafen gedauert hat), helfen diese wirklich sehr am Berg. Man bewegt sich sicherer, insbesondere bergab, und der schwere Fotorucksack wiegt gleich gar nicht mehr so viel. Die eingesetzte Armkraft entlastet die Beine und nach einer kurzen Übungsphase schwingt man die Stöckchen so im Rhythmus, als hätte man es nie anders gemacht 😉

Der Zusammenbau geht recht schnell und werkzeugfrei von der Hand, was gerade beim Wandern sehr praktisch ist. Wenn der Zeitraffer geschossen ist wird alles wieder zerlegt, die Griffe auf die Wanderstativbeine geschraubt und weiter gehts…
Auch als Einbein machen die Wanderstöcke eine gute Figur – 150cm sind zwar nicht wirklich lang, aber wenn man für eine kurze Video-Sequenz etwas Stabilität benötigt findet man schon einen Stein zum Abstützen.
Ein Einbein eignet sich auch wunderbar als Steadicam-Ersatz für improvisierte Kamerafahrten: schon mal das Einbein umgedreht, die Kamera hängen lassen und den Film später im Rechner wieder richtigrum gedreht? Mit etwas Übung (und Mut – teure Kamera!) lassen sich so lustige Flüge kurz über dem Erdboden realisieren…

Mein Fazit: Das Triopod ist ein flexibles und sehr hochwertiges Stativsystem. Es gibt leichtere, günstigere und stabilere Stative aber nur wenige, die vielseitiger sind. Als normales Stativ mit den Carbonbeinen sehr schlank und gut einsetzbar, mit den anderen Beinen noch mal eine völlig andere Welt.
Wer hin und wieder wandert und noch keine Wanderstöcke hat, sollte sich die QLEG Walk II Wanderstöcke genau ansehen: Sie kosten wenig mehr als andere vergleichbar hochwertige Wanderstöcke und können schon mal als Einbeinstative herhalten. Ergänzt mit dem Triopod, einem dritten Bein und einem eventuell schon vorhandenen Kugelkopf (natürlich passt der Classic Ball viel besser!) hat man schnell ein „Wanderstativ“ beisammen.

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Was soll ich Euch sagen? Ich finde wandern jetzt total stark, aber auch die Variante „Wandern lassen“. 🙂 Ich bedanke mich herzlich an Thomas und Stefan. Vielen Dank lieber Stefan, das Du diesen Text und die Bilder uns zur Verfügung stellst und uns mit Deinem Feedback zum Triopod wertvolle Informationen für unsere User und Leser geliefert hast.

Schöne Grüße – Euer Stativfreak – Jörg Langer

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