Das Rollei C6i von Dany und Ihre Eindrücke

Ich hatte einen langen und sehr netten Chat in den letzten Tagen mit Daniela, die auch schon sehr nette Berichte zu Ihren Taschen für Taschenfreak.de geliefert hatte und sie war in großer Vorfreude zu Ihrem Rollei C6i zu dessen Kauf ich sie auch bestätigte. Ihre Eindrücke waren aber, na lest am besten selbst:

Hallo Jörg!

Heute mal ein Stativ für dich…. 😉

Ich gebe zu, ich bin nach über 10 Jahren, die ich ein Manfrotto 055proB mit einem 141RC besessen habe, etwas vorbelastet und einseitig verwöhnt.

Da mir das aber für den vorwiegenden Einsatz auf Reisen und fußigen Fototouren einfach zu klobig und schwer war, habe ich mich nun endlich auf die Suche nach einem Ersatz gemacht, nachdem ich fast 2 Jahre ohne Stativ existiert habe. (Ja, das geht tatsächlich.)

Nachdem die Specs des Rollei C6i Carbon genau das Mittelmaß ergaben, was ich für super befand, habe ich es bestellt und natürlich auch sofort ausgepackt und begrabscht.

Gewicht war schon mal wirklich grandios, das Packmaß mit 47,5cm auch wundervoll und Tasche und ein Gurt für die Kamera waren auch gleich mitgeliefert.

Die erste Ernüchterung folgte aber umgehend.

Die Drehverschlüsse wirken nicht so extrem vertrauenerweckend auf mich. Das eine Bein, was als Einbein umgebaut werden kann, dreht sich leider immer gleich auf, wenn man nicht aufpasst und zwei Hände nimmt. Auch muss man sie wirklich SEHR FEST drehen, damit sie nicht wieder von allein verrutschen.

Auch die Schultergelenke – die Beine müssen 180 Grad umgeklappt werden, um das kurze Packmaß zu erreichen – wirken, sagen wir mal, preiswert produziert.

Die Schnellwechselplatte des Kugelkopfes fühlt sich an wie „dicke Plastik“ und das ist es vermutlich auch. Da folgte die nächste Ernüchterung. Ja, mit Manfrottos Klicksystem bei der Wechselplatte ist man wirklich verwöhnt. Hier muss ich die Kamera noch festhalten und dann die Schraube anziehen, damit sich der Schlitten um die Platte schliesst.

Ich habe dann alle Beine aufs Maximum ausgefahren, ohne Mittelsäule herauszuziehen. Sehr angenehme Höhe für komplett aufrechtes Arbeiten, der Kopf befindet sich auf gut 150cm dann.

Leichter Druck gegen eins der Beine läßt sofort alle drei Beine nachgeben und verzieht das gesamte Stativ in sich. Ich habe dann meine Kombi von knapp 2,1kg draufgeschnallt und gegen die Beine geschnipst – das Zittern der Spiegelung im Display ließ mich beinah die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Und meine schwerste Kombi wären nochmal gut 600g mehr.

Der Kopf war dann das engültige Aus. Ein derartiges Geschoss wie eine 1DX mit einem entsprechend schweren Profi-Objektiv läßt sich damit nur sehr beschwerlich zufriedenstellend arretieren. Die Bedienknöpfe sind tw. sehr klein und man kann kaum die Kraft im Finger aufwenden, um es richtig festzuziehen. Was soll das mit kalten oder behandschuhten Fingern nur werden?

Und wenn man es etwas lose dreht, läuft die Kamera Gefahr mit einem Schlag umzukippen – und womöglich das ganze Stativ mitzureissen, das ja selbst nur drollige 1,6kg wiegt. Ich konnte es grad noch festhalten, sonst hätte ich wohl einen mächtigen Schlag im Laminat gehabt.

Ja, vermutlich kann man mit dem Rucksack unten eingehangen noch eine gewisse Standfestigkeit erreichen. Aber erstens hat man den auch nicht immer dabei und zweitens erwarte ich eigentlich von einem Stativ, das mit 12kg Tragkraft um sich wirft, dass es per se auch so erstmal vernünftig in sich stabil ist. Das ist es aber nicht.

Da vom kleineren C5i solche Einschätzungen nicht auftauchen, kann ich mir das enorme Zittern beim Anklopfen der Beine nur damit erklären, dass die recht dünnen Beinchen einfach zu lang sind und daher nicht genug Festigkeit aufweisen. Vielleicht hätten es hier ein paar mehr Lagen Carbonfaser getan, um die Stabilität zu erhöhen, das weiss ich nicht.

Wenn ich das unterste Segment wieder einfahre, ist es bestimmt deutlich stabiler  – aber dafür kauf ich mir ja kein Stativ mit 150cm Höhe, wenn ich dann nur 130cm benutzen kann.

Ich war jedenfalls so enttäuscht, dass ich das Ding wirklich nach zwei Stunden Probieren wieder eingepackt habe und es bereits zurückgeschickt habe. Daher habe ich auch nur ein paar Bilder von der Packung.

Positiv: leicht, tolle Arbeitshöhe, tolles Packmaß, Tasche und Gurt dabei

Negativ: ich vermute durch die Beinlänge in sich nicht ausreichend stabil, so dass ich dort keinesfalls meine 5000€ Wertanlage mit über 2kg draufschnallen möchte. Die Verschlüsse, Drehknöpfe und auch die Anstellwinkelklemmen wirken nicht sehr hochwertig und beim Einsatz draussen in der Kälte wird die Bedienung kompliziert

Hoffe gehilft zu haben 🙂

Dany

Vielen Dank liebe Dany für deine ehrlichen Eindrücke, die wir natürlich hier genau so gerne zeigen wie Lobeshymnen zu Produkten. 

Ich hatte ja meine Eindrücke im Bericht und Video zum Rollei C5i HIER geschildert und habe nach Deinem Mail mit dem obigen Feedback mein Rollei C5i noch mal mit 2.8 Kilo beladen.

Mein Eindruck: Es geht stabiler! Aber, wenn ich eine etwa 4 Kilo Tasche unter den Haken an der Mittelsäule schraube gewinnt die Stabilität des Statives ungemein. Besser ist das Rock Solid Gamma, das wir HIER beschrieben, aber ich würde meine schweren Sachen auf jedem  Fall auch dem C5i anvertrauen. So unterschiedlich können Eindrücke sein.

Schöne Grüße – Euer Stativfreak – Jörg Langer

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