Über meinen Lieblingskopf habe ich bisher viel zu wenig geschrieben – Novoflex Magic Ball MB

Das ich ein echter Novoflex-Fan bin und die blau-grauen Metall-Produkte aus Memmingen sehr mag, ist Euch als Leser meines Stativfreak-Blogs schon lange kein Geheimnis mehr. Aber über meinen Lieblings-Kopf  – den großen Novoflex MagicBall (MB) – habe ich bisher viel zu wenig geschrieben. Das hole ich heute endlich hiermit nach…

In meinem Artikel und Video zum MagicBall Free (oben auf dem Bild der Linke) hatte ich ja schon einiges zur Konstruktion der MagicBalls erzählt. Ich mag die Einfachheit und das Reduzierte auf das absolut notwendige an diesen Kugelköpfen.

Konstruktion und Kamerabefestigung

Der MagicBall besteht aus einer festen Metallkugel (das Blaue) die auf das Stativ geschraubt wird. Dieses geht mit einem 3/8″ Gewinde oder mithilfe einer Reduzierhülse auch mit 1/4″. Die Kamera wird oben auf der Basis (das Graue) mit einem 1/4″ Gewinde festgeschraubt und mit einer großen Rändelschraube festgezogen. Damit erspart man sich das Schnellwechselsystem und ist dennoch sehr schnell mit dem Kamera montieren und demontieren. Man dreht nicht die Kamera um den Kugelkopf und sein keines Gewinde, sondern die Rändelschraube in der Basis, die sich dann sanft in die Kamera von unten rein schraubt und diese dann „festklemmt“.

Die Vor- und Nachteile von Schnellwechselsystemen

Schnellwechselsysteme haben sehr große Vorteile. Man kann mit einem Klick seine Kamera wechseln. Diese haben aber auch den Nachteil, dass man ohne einen montierten Gegenstand unter der Kamera – beispielsweise einer Schnellwechselplatte oder eines L-Winkels – die Kamera nicht auf den Kopf montiert bekommt. Und wer kennt das nicht, man steht Abends am geplanten Ort und will mal eben die Kamera aufs Stativ befestigen und die Schnellwechselplatte liegt noch zu Hause in der Schublade. Gebt es zu – das ist jedem schon passiert.

Der MagicBall bietet hingegen Möglichkeit seine Kamera schnell und unkompliziert zu montieren ohne ein solches Wechselmedium zu benötigen. Ich mag das sehr, da ich gerne mit verschiedenen Kameras unterwegs bin.

Neigung und Verstellbarkeit

Oft wird in Gesprächen mit anderen Fotografen am gesamten MagicBall – Konstrukt bemängelt, dass diese nur eine begrenzte Neigung können und man nicht ganz nach oben oder ganz nach unten schwenken kann. Das ist korrekt und auch irgendwie wieder doch nicht korrekt. Je nach dem, wie man die Kamera auf den MagicBall schraubt, kann das stimmen oder eben auch nicht. Das seht Ihr auf den obigen Bildern sehr gut, denke ich. 

Die Neigung habe ich Euch dennoch mal mit der Wasserwaagen-App ausgemessen:

Die Technischen Daten (Herstellerangaben):

  • Höhe: 105 mm 
  • Kugel: Ø 60 mm 
  • Länge: 160 mm 
  • Basis: 50 mm 
  • Auflageteller: 55 × 40 mm 
  • Gewicht: 920 g 
  • Tragfähigkeit: 10 kg

Ich bin mir ganz sicher das die 10 Kilo Tragfähigkeit sehr verhalten angegeben sind – der kann mit Sicherheit nach meinem Gefühl mehr ab – die Frage ist nur welches Equipment wiegt denn heutzutage noch mehr als 10 Kilo?

Friktion

Der Kopf, der große MagicBall (MB) und auch sein mittlerer Bruder, der MagicBall MB50, hat eine einstellbare Friktion. Das ist die kleine Verstellung am Feststellgriff zwischen der Basis und dem Feststellgriff. Dort kann ich sehr gut die Friktion einstellen, die dann bewirkt, dass der Kopf sich je nach eingestellter Friktion, verstellen lässt, aber nicht von alleine wegrutscht. Gerade bei größeren Kameras und Objektiven ist das Gold wert. Ich möchte das nicht missen. Wenn man die Friktion gänzlich öffnet, dann ist der Verstellweg ungebremst und dennoch seidenweich im Lauf. 

Die Verarbeitung und Qualität

Ja da höre ich meinen speziellen Freund auf Facebook schon wieder meckern, der wohl mal irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht hat, der das auch ganz sicher wieder kommentieren wird. Ich selbst nutze die MagicBalls schon sehr viele Jahr und das auch in der Natur und Outdoor und nicht nur in klinischen Studioumgebungen und habe mit meinen Köpfen noch keine Lack- und Kratzerpropleme gehabt. Ich behandele das Material immer gut, aber dennoch wie Werkzeug und nicht wie Schmuckstücke. Diese Dinger sind zum Arbeiten gebaut und so behandele ich sie auch. Dennoch sehen meine MagicBalls, wie Ihr ja oben sehen könnt, noch sehr gut aus. Ich mag das Metallfinish aus grauem und blauem Metall sehr – was aber ganz sicher auch Geschmackssache ist. Wer die Friktion und die Festigkeit der Köpfe mal angefasst und selbst probiert hat, der weiß was ich meine. Für mich ist es ein Edelmetall in der robusten Ausführung.

Der Preis

Wer sich schon mal umfassend nach guten Kugelköpfen umgeschaut hat, der weiß das man hier ganz schnell bei 300 und deutlich mehr Euros landen kann. Der MagicBall ist mit seinem Listenpreis von deutlich unter 300 Euro natürlich kein Schnäppchen, aber auch ganz sicher kein überteuertes Produkt. Wenn man dann in die Kalkulation das „Made in Germany“ und den extrem guten Service der Edelmetallschmiede aus Memmingen einkalkuliert, dann ist der Kopf preiswert und absolut passend bepreist. Das ist meine meine feste persönliche Meinung nach vielen Jahren mit dem MagicBall.

Fazit – Summary

Warum der MagicBall? Nun ganz einfach – ich mag ihn einfach so wie er ist! Ich habe in den letzten Jahren einige Stativköpfe von vielen verschiedenen Herstellern in allen Preislagen testen dürfen – aber der MagicBall ist immer wieder aus der Schublade heraus gekommen und wurde dann immer wieder montiert während die anderen – auch sehr guten Köpfe – wieder in der Schublade gelandet sind.

Da ich bei meinem Besuch in Memmingen die Fertigungsschritte der Magic Balls ansehen durfte kenne ich den Kopf also auch in „Roh“ und „von innen“. 

Ich mag den großen MagicBall und auch seinen kleinen Bruder – den Magic Ball Free.

Fragen? Hinweise? Anmerkungen?

Habt Ihr Fragen? Habt Ihr andere Meinungen? Habt Ihr auch Erfahrungen mit dem MagicBall? Ist Euch ein anderer Kugelkopf lieber? Wenn ja, warum? Lasst es mich wissen mit Euren Kommentaren unten in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel. Ich freue mich auf den Dialog mit Euch!

Schöne Grüße an alle Leser und Stativfreunde da draussen – Euer Stativfreak – Jörg Langer

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